Eichhörnchenweg Arosa
Ende März waren wir drei Tage in Arosa mit dem Ziel, auf dem Eichhörnchenweg Tannenhäher zu fotografieren. Durch die vielen Eichhörnchen fütternden Touristen an Menschen gewöhnt, sollte dies ein Leichtes sein; so dachte ich jedenfalls. Meine Geduld wurde dann allerdings auf eine harte Probe gestellt, weder sah noch hörte ich an den beiden ersten Tagen einen Tannenhäher.
Die Eichhörnchen sind wenig scheu und mit einer Haselnuss leicht aus der Reserve zu locken
Dafür wurden wir völlig unerwartet mit Wasservögeln belohnt: Auf dem zugefrorenen See verblieben nur zwei kleine eisfreie Wasserflächen, verursacht durch die Strömung von Bächlein. Auf diesen, direkt am viel begangenen Fussweg, überwintern gleich fünf verschiedene Entenarten, zudem ein Zwergtaucher und zwei Blässhühner. Wie die Eichhörnchen im Wald haben sich auch die Vögel an Passanten gewöhnt und betrachten diese eher als mögliche Futterquelle denn als Gefahr. Sogar freilaufenden Hunden gegenüber zeigten sie sich zwar vorsichtig, flogen aber nie auf.
Eines von zwei Spiessentenmännchen
Interessanterweise befand es sich nicht in Gesellschaft des zweiten, sondern hatte offensichtlich eine Vorliebe für das einzelne Pfeifentenmännchen.
Von oben nach unten:
Pfeifente, Spiessente, Kolbenente, Tafelentenmännchen und -weibchen, Stockente, Blässhuhn und Zwergtaucher, welcher unter dem Eis nach Nahrung tauchte.
Soviel zur Ausbeute am Seeufer, aber eigentlich hatten wir ja ganz andere Ziele. Am dritten Tag waren wir dann auch im Wald erfolgreich. Von oben nach unten:
Buchfink, Rabenkrähe, Hauben- und Kohlmeise, zweimal Tannenmeise, Weidenmeise und Waldbaumläufer sowie zu guter Letzt: Der lang ersehnte Tannenhäher.
Natürlich dürfen auch die Eichhörnchen, die eigentlichen Stars dieses Weges, nicht ganz fehlen.
Ich bin gegen das Anfüttern von Tieren um sie zu fotografieren. Aber in Arosa scheinen sich Eichhörnchen und Vögel seit Jahren daran gewöhnt zu haben, dass Menschen gleichbedeutend mit Nahrung sind. Rabenkrähen begleiten Passanten den ganzen Weg durch den Wald wenn sie entdecken, dass eine Person Futter dabei hat. So bleibt nur darauf zu achten, dass dieses Futter lokal und natürlich ist. Wir benutzten halbierte Haselnüsse - man will ja nicht zur Fettleibigkeit wilder Tiere beitragen. Freude bereiten mir die Bilder trotzdem.
Selbstporträt des Fotografen im Auge des Fotosujets