Gefiederpflege

Vielfach habe ich Vögel bei ihrer Körperpflege oder beim Baden beobachtet und fotografiert.

Wenn Vögel nicht schlafen, nach Futter suchen oder singen, sind sie mit ihrer Gefiederpflege beschäftigt. Das Gefieder ist multifunktional und erfüllt mehrere überlebenswichtige Funktionen. Es bildet eine mehrschichtige, leichte und flexible Hülle, sorgt für Schutz und Isolation, hält den Vogel trocken und ermöglicht ihm das Fliegen. Zudem bestimmen Farbe und Form der Federn sein Aussehen. Dieses dient oft der Tarnung. Ganz im Gegensatz dazu können während der Balz aber arttypische, kräftige Farben über Erfolg oder Misserfolg bei der Partnersuche entscheiden.

Weibliche Mönchsgrasmücke beim Baden

Während der Mauser wird, je nach Vogelart, das Gefieder jährlich teilweise oder sogar mehrmals ganz erneuert. Um seine Funktionen auch dazwischen zu erhalten, werden die Federn regelmässig gepflegt. Vögel haben dazu auf dem Bürzel, über dem Schwanzansatz, eine Drüse, welche ein fettiges Sekret absondert. Dieses wird mit dem Schnabel auf die Federn aufgetragen. Einzelne Arten, wie die Reiher, haben stattdessen sogenannte Puderdunen, deren fettiges Pulver mit Schnabel und Füssen verteilt wird. (Puderdunen sind spezielle Federn, deren Spitzen kontinuierlich zu einem Puder verfallen und helfen, das Gefieder wasserabweisend zu machen).

Putzbewegungen mit Schnabel und Füssen dienen aber nicht nur dem Einfetten, sondern auch dem Ordnen der Federn. Auseinandergerissene Federäste können so wieder verbunden werden, was besonders bei den Schwung- und Steuerfedern für den Erhalt der Tragflächenfunktion wichtig ist.

Grünspecht bei der Gefiederpflege

Krickente beim Einfetten des Gefieders

Fast alle Vögel baden gern und oft. Typische Badebewegungen sind eintauchen des Kopfs und schütteln der Flügel und des Gefieders. Meist wird das Gefieder nur benetzt. Wenn es warm ist kann es aber auch ganz durchnässt werden. Danach wird es getrocknet und neu gefettet. Bei starkem Regen duschen Vögel auch gerne, wobei sie Flügel und Schwanzfedern spreizen und schütteln.

In trockenen Lebensräumen dient ein Staub- oder Sandbad der Körperhygiene, um lästige Parasiten loszuwerden.

Als Besonderheit nutzt der Grünspecht (und einige weitere Arten) nicht nur Wasser für seine Gefiederpflege. Er legt sich auf Ameisenhaufen und lässt sich seine Federn durch die erregten Ameisen mit Ameisensäure „einemsen“, also bespritzen. Vermutlich dient dies der Abwehr von Pilzen, Parasiten und Insekten. Diese Frage ist aber nicht abschliessend geklärt.

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